Ankunft und Vordringen der Europäer
Zu Beginn des Jahres 1486 setzt Diogo Cão als erster Europäer seinen Fuß auf namibischen Boden und errichtet ein Padrão (Steinkreuz) am Kreuzkap. Ein Jahr später landet Bartolomeu Diaz an der namibischen Küste und nennt diese Terra Santa Barbara (wahrscheinlich in der Nähe des heutigen Swakopmund ). 1488 landet Bartolomeu Diaz erneut an der namibischen Küste und errichtet ein Padrão in der von ihm benannten Bucht Angra de São Chrístovão. Die Bucht wird später in Angra Pequeňa umbenannt und befindet sich an der Stelle der heutigen Stadt Lüderitz. Die von den portugiesischen Seefahrern errichteten Steinkreuze befinden sich nicht mehr an den Landungsbuchten. Um die Originalkreuze zu schützen werden diese in Museen ausgestellt – Nachbildungen der Originalkreuze stehen an den historischen Orten der ersten Anlegestellen.
Ab dem Zeitpunkt der ersten Landungen beginnt das Interesse für eine spätere und langfristige Besitznahme des heutigen Namibias durch die europäischen Mächte. Ziel der Besetzungen ist fast ausschließlich der Erwerb von Reichtum gewesen, welcher mit Landerwerb bzw. späterer Landnahme einher ging.
Bevor jedoch auf diesem Gebiet die ersten Europäer Fuß fassten und dies als ihr eigenes Land betrachten konnten, ließen sich ab dem 19. Jahrhundert britische und deutsche Missionare der Londoner Missionsgesellschaft (1802) und der Rheinischen Mission (1842) nieder. Neben ihrem Hauptanliegen – der Christianisierung heidnischer Völker – galt es auch die sich bekriegenden Herero und Nama zu befrieden. Deren Landstreitigkeiten führten seit dem 18. Jahrhundert zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den aus dem Norden in Richtung Süden ziehenden Herero und den in Richtung Norden wandernden Nama. Während sich die Nama mit den Orlam – ihren Verwandten Clans aus dem Süden – verbündeten und auch die Schrift der Missionare annahmen, verschafften sie sich dadurch einen offensiven Vorteil, der die Herero wieder in nördliche Gebiete zurückdrängte und den Nama eine lokale Vormachtstellung bescherte.
Durch das weitere Vordringen europäischer Siedler – ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch Kupferfunde am Swakopfluss angelockt – ruft 1858 der Orlamhäuptling Jonker Afrikaner alle namibischen Völker zum Friedensvertrag und Stämmebund von Hoachanas zusammen. Der Vertrag sollte den Zusammenhalt der unterschiedlichen Ethnien der Region unterstreichen, aber auch den Umgang mit den weiter ins Land vordringenden europäischen Siedler regeln. Der Friedensvertrag verhindert jedoch nicht die ihm folgenden Auseinandersetzungen zwischen den Einheimischen und den europäische Händlern und Missionaren, weshalb Großbritannien und das Deutsche Kaiserreich um Schutz gebeten werden.
Für die in Konkurrenz stehenden Mächte rückt das südwestliche Afrika immer weiter in den Mittelpunkt ihres Interesses. Am 12. März 1878 besetzte Großbritannien das Gebiet um den Seehafen Walvis Bay und leitete damit die Streitigkeiten um die Kolonialherrschaft im südlichen Afrika ein.
Wenige Jahre später, am 12. Mai 1883, hisst Heinrich Vogelsang im Namen Adolf Lüderitz‘ die deutsche Flagge in Angra Pequeňa. Das Gebiet um die Landungsbrücke und weitere große Ländereien im Hinterland wurden zuvor dem Nama-Häuptling Joseph Fredericks “abgekauft”. Kurze Zeit später reiste der Bremer Tabakhändler und Kaufmann Adolf Lüderitz persönlich nach Südwestafrika und gab dem Ort seinen Namen – Lüderitz.
Die Region stand noch nicht unter dem Schutz des Reiches und als deutsches Protektorat war es noch nicht vom Reichskanzler abgesegnet. Dies geschah erst im April 1884 mit dem offiziellen Hissen der deutschen Reichsflagge, nachdem selbige über Togo und Kamerun wehte. Die Kolonie Deutsch-Südwestafrika war geboren.

Kulinarisches
Verwöhnen Sie ihren Gaumen auf einer Reise durch Namibia. Genießen Sie die unterschiedlichen Speisen und Getränke mit mitteleuropäischem Einfluss. Alle Reisende, die in Namibia unterwegs sind, können sich die deutsche traditionelle Küche mit Schnitzel, Eisbein und Sauerkraut aber auch eine Schwarzwälder Kirschtorte schmecken lassen. Tipp: Probieren Sie auch einmal das traditionelle Milipap oder Trockenfleisch verschiedenster Wildtiere (biltong) als beliebten Snack für zwischendurch…


