Ur- und Frühgeschichte
Das heutige Namibia kann auf eine frühe Besiedlung zurückblicken. Schon vor Tausenden Jahren bewohnten Bevölkerungsgruppen die Landstriche und hinterließen der Nachwelt archäologische Fundstücke, welche einen kleinen historischen Einblick in die Kultur und Lebensweise der Frühmenschen geben.
Die frühesten Knochenfunde werden auf ein Alter von 12 – 15 Millionen Jahren geschätzt. Die Fundstätte befindet sich in den Otavibergen. Der hier lebende Menschenaffe (Otavipethekus namibiensis) weist Namibia als einen der ältesten Siedlungsräume früher Hominide aus.
Die wichtigsten Quellen früher namibischer Geschichte sind die Felszeichnungen und –gravuren in Twyfelfontein, dem Brandberg, dem Erongogebirge, dem Spitzkoppegebiet und der Ameib Ranch. Eine genaue Datierung ihrer Entstehung sowie die kulturelle Zuordnung ihrer Erschaffer ist sehr schwierig. Nach heutigen Erkenntnissen sind die Bilder wenige hundert bis zu 25.000 Jahre alt. Die Motivwahl und das Fehlen von Haustieren lässt darauf schließen, dass es sich bei den Künstlern um Sammler und Jäger gehandelt haben muss, welche ihr Beutespektrum, die Art des Jagens sowie kultische Handlungen festgehalten haben.
Zwischen 10.000 und 7.000 v.Chr. lebte der sogenannte Otjiseva-Mensch im Norden des heutige Namibia. Er hinterließ Steinwerkzeuge und Schmuck aus Straußeneiern und Schiefer. Er benutzte Reib- und Mahlsteine, sowie Keramik, Behälter aus Straußeneiern und bearbeitete Knochenspitzen.
Während der Jungsteinzeit bis 1.000 v.Chr. entwickelten sich Materialien und Techniken der Werkzeuge weiter. Im heutigen Zoo Park von Windhoek entdeckten Archäologen eine Werkstatt für Werkzeuge, welche aus Elefantenknochen hergestellt wurden.
Während im alten Ägypten bereits 1.000 v.Chr. erste nachgewiesene Eisenzeitzeugnisse hergestellt wurden, datiert man Spuren dieser Entwicklung im südlichen Afrika erst ab der Zeitenwende.
Zu den ältesten Bewohnern des heutigen Namibia zählen die San (oder Buschmänner) und die Damara. Erstere bewohnten ursprünglich südlicher gelegene Gebiete zwischen dem Indischen und dem Atlantischen Ozean. Von dort wurden sie von nomadisierenden Hirtenvölkern Stück für Stück vertrieben und in die unwirtlichen Gebiete der Kalahari gedrängt. Das Hirtenvolk der Damara lebt heute noch im südlichen Kaokoveld.
Das in Richtung Norden ziehende Nomadenvolk der Nama und die aus dem Norden kommenden Bantuvölker der Herero und Ovambo (Ambo) weisen die ursprüngliche Bevölkerung in der Mitte des 16. Jahrhunderts in ihre Grenzen.



