Buren, Portugiesen, Deutsche
Die weiße Bevölkerung Namibias macht rund 6% der Gesamtbevölkerung aus. Sie stammen von den Buren, Engländern, Portugiesen oder Deutschen ab. Etwa zwei Drittel der Namibier mit europäischer Abstammung sprechen Afrikaans, ein Viertel Deutsch und der Rest meist Englisch und ein wenig Portugiesisch.
Die Geschichte der Einwanderer ist sehr unterschiedlich. Seit der Unabhängigkeit von Angola 1975, zog es viele Portugiesen aus deren ehemaliger Kolonie nach Namibia, während heute Buren und Deutsche schon in der vierten Generation in Namibia leben. Viele Deutsche blieben nach dem Verlust ihrer Kolonie im Land, oder kamen nach ihrer Internierung während der beiden Weltkriege aus Südafrika zurück. Aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg zog es einige wenig Deutsche nach Namibia; Ein Grund hierfür ist die Arbeitsmigration. Briten und Buren kamen aus Südafrika nach Namibia. Die damalige Mandatsmacht Südafrika unterstützte südafrikanische Siedler finanziell, indem ihnen Farmland in Südwest angeboten wurde. Südafrika setzte damit auch ein weiteres Fundament für ihre zukünftige Vorherrschaft über das Gebiet.
Trotz ihres Minderheitenstatus gehört den Weißen der Großteil des Farmlandes Namibias. Nur 12% der Fläche wird von schwarzen Namibiern bewirtschaftet. Im Gegensatz zu den brutalen Enteignungsvorgängen in Simbabwe, soll dieses Ungleichgewicht in den kommenden Jahren mittels einer Landreform verändert werden. Diese Reform ist bisher friedlich verlaufen, die Enteignungsbriefe, die in der Mitte der 2000er Jahre schickt wurden, sind aber bisher noch nicht realisiert worden. Wie das Farmland, ist auch das Wirtschafts- und Geschäftsleben größtenteils in der Hand weniger Weißer, insbesondere die Tourismusindustrie. Auch gehören ihnen die gesamten Schürfrechte im Land, welche zum Teil von Europa und Amerika aus kontrolliert werden.


persönlicher Tipp
Nicht nur die kulinarische Vielfalt oder die Tierbeobachtungen sind eine Reise nach Namibia wert. Nehmen Sie doch auch einmal Kontakt zu den verschiedensten Völkern des Landes auf. Lassen Sie sich z.B. bei den Himbas in die Tradition der Viehzucht und des heutigen nomadischen Lebens einführen oder gehen Sie mit den Männern der San in der Kalahari auf die Jagd und suchen Sie gemeinsam mit den Frauen nach Früchten und Wurzeln für das Abendessen. Tauchen Sie ein in eine vielleicht schon vergessene Welt.
Lars Müller
(Produktmanager Namibia)

