Damara / Bergdama

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Die Damara zählen mit den Nama und den San zu den ältesten Einwohnern und somit zur Urbevölkerung der Region. Sie teilen eine ähnliche Sprache (Sprachfamilie der Khoisan) und Kultur. Allerdings ist ihre genaue Herkunft unbekannt. Theorien gehen davon aus, dass sie aus Westafrika nach dem heutigen Namibia zogen, dort auf die Nama trafen und deren Kultur und Sprache assimilierten.

Heute leben die Damara in den Bergen des mittleren Nordwestens, zwischen dem District Erongo im Süden und dem Kaokoveld im Norden – im Vergleich zu anderen Völkern des Landes einem weniger geschlossenen Siedlungsgebiet. Das Damaraland zählt heute zu den schönsten, aber auch ärmsten Landstrichen Namibias. Durch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Herero und Nama im 19. Jahrhundert wurde das Damaragebiet zum Teil okkupiert, was zur Folge hatte, dass sich diese zurückzogen. Die Mehrheit der heute lebenden Damara bewohnt deshalb andere Gebiete außerhalb ihres traditionellen Siedlungsraumes. Sie arbeiten als Gastarbeiter auf Farmen, in den Städten oder auch in Bergbaugebieten im ganzen Land.

Im Gegensatz zu den San sind sie ein sesshaftes Volk. Sie betreiben ein wenig Ackerbau und Viehzucht von Ziegen, erwirtschaften aber auch heute noch den größten Teil ihres Lebensunterhalts durch Sammeln (Zwiebel- und Knollengewächse) und Jagen. Von den Herero und Nama wurden sie wegen ihrer Schmiede- und Waffenkunst geschätzt und oft gezwungen, für diese zu arbeiten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Ethnien in Namibia besitzen die Damara keine Gesellschaftsordnung die über die Familienclans hinaus geht – es gibt keine Anführer, Könige oder Häuptlinge. Allein der Familienclan gilt als politische und soziale Einheit. Zwar wurde von der Kolonialmacht ein Oberhaupt inthronisiert, sogar 1993 zum König der Damara ernannt. Jedoch wurde dieser nicht von allen Damara anerkannt und besitzt somit auch keine legitime Macht über das ganze Volk.

Ihr ursprünglicher Glaube beschränkte sich auf eine Gottheit mit vielen Erscheinungsformen des Wassers wie Regen, Nebel oder einer Quelle. Aber auch die Verehrung des heiligen Feuers spielt eine wichtige Rolle im täglichen Leben. Heute sind die meisten Damara zum Christentum bekehrt. Manche von ihnen haben neben den dominierenden Ovambo höhere Positionen des öffentlichen Lebens inne – wie zum Beispiel die ehemaligen Premier- und Arbeitsminister der Regierung Sam Nujomas.






persönlicher Tipp

Nicht nur die kulinarische Vielfalt oder die Tierbeobachtungen sind eine Reise nach Namibia wert. Nehmen Sie doch auch einmal Kontakt zu den verschiedensten Völkern des Landes auf. Lassen Sie sich z.B. bei den Himbas in die Tradition der Viehzucht und des heutigen nomadischen Lebens einführen oder gehen Sie mit den Männern der San in der Kalahari auf die Jagd und suchen Sie gemeinsam mit den Frauen nach Früchten und Wurzeln für das Abendessen. Tauchen Sie ein in eine vielleicht schon vergessene Welt.
Lars Müller
(Produktmanager Namibia)