Herero

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Auch die Herero sind ein bantusprachiges Volk welches – wie auch für die Ovambo angenommen wird – vor mehreren Jahrhunderten aus dem ostafrikanischen Gebiet der Großen Seen eingewandert ist. Sie gelten als die Brüder der Himba, und sollen sich erst kurz vor der Niederlassung in ihrem heutigen Gebiet von denen getrennt haben. Zunächst siedelten sie gemeinsam im Kaokoveld, im Nordwesten Namibias, jedoch wanderte die Mehrheit (Herero) von ihnen in der Mitte des 18. Jahrhunderts weiter in Richtung Süden. In ihrem späteren Siedlungsgebiet, der trockenen und östlichen Region des Sandveldes, leben heute noch ca. 100.000 Herero. Die kleine Gemeinschaft der heutigen Himba lebt auch heute noch im Kaokoveld.

Vor dem Kontakt mit den Europäern galten die Herero als Viehnomaden, während sie heute als nur noch als ein Hirtenvolk von Rinder- und Kleinviehherden bezeichnet werden. Nahrungsmittel waren die Erträge ihrer Tiere – Fleisch und Milch galten als Hauptnahrung. Die Gebietsansprüche deutscher Siedler hatten zur Folge, dass sich die Wirtschaftsform der Herero auch auf den Ackerbau ausweiten musste, was die Konzentration auf einen festen Lebensraum mit sich brachte. Der Stolz ihrer Herden und das Verehren ihrer Rinder brachte immer wieder Streitigkeiten und kriegerische Auseinandersetzungen mit ihren Nachbarn (vor allem den Nama) sowie der späteren Kolonialmacht Deutschland mit sich. Trauriger Höhepunkt der Auseinandersetzungen mit den Deutschen war 1905 die Schlacht am Waterberg mit der anschließenden Vertreibung der Herero in die Omaheke-Sandveld Wüste. Der verlorene Aufstand und die zahlreichen toten Herero führten bei den Nachkommen zu einem starken Identitätsbewusstsein. Ende August jeden Jahres wird am Hererotag dieser Zeit, ihrer verlorenen Führer und getöteten Familienmitglieder gedacht.

Ihre soziale und politische Organisation ging ursprünglich nicht über autonome Lokalgruppen hinaus, deren Zusammenhalt auf engen Verwandtschaftsbeziehungen weniger Großfamilien beruhte. Religiöse und politische Ämter wurden in der männlichen Linie (oruzo) vererbt, während der gesamte Viehbesitz innerhalb der Mutterlinie (eanda) weitervererbt wurde. Die Vergangenheit und die Geschichte der Familie werden mündlich weitergegeben. Das Wissen um die Herkunft und die Familien reicht bei jedem Herero um mehrere Generationen zurück.


Die traditionelle Lebensweise der Herero findet im ozonganda statt – dem Familiengehöft. Hier wohnt das Familienoberhaupt mit seiner Frau bzw. seinen Frauen, den Kindern sowie den Angehörigen der folgenden Generation, zusammen. Auch die Familie des Bruders sowie die meist unverheiratete Schwester (Exogamie) können im Gehöft mitwohnen, wobei jede Partei ein eigenes Gebäude bewohnt.

In ihrem traditionellen Glauben verehren die Herero eine Heiligkeit – makuru, “die Altehrwürdige” genannt. Sie steht an der Spitze der Hierarchie vieler personifizierter Kräfte, welche, wie auch die Ahnengeister, zu Aktionen in der Gegenwart fähig sind. Wie bei den Ovambo bot das Feuer die Kontinuität zwischen Leben und Tod oder Vergangenheit und Gegenwart. Es durfte ausschließlich von Häuptlingen entzündet werden und nicht ausgehen. Geschah dies, war das Stammesleben und der Zusammenhalt untereinander in Gefahr. Durch die Arbeit der Mission erstarb das Feuer. Die Ahnenverehrung verschwand und wurde durch den christlichen Gottglauben ersetzt. Viele der Herero sind zum Christentum übergetreten – gerade auch weil die Missionen ihnen nach ihrer Vertreibung halfen, eine Existenzgrundlage der Familienverbände zu schaffen. In der heutigen Zeit, vor allem durch das intensive Gefüge der Großfamilien, gewinnen alte Traditionen wieder zunehmend an Bedeutung.

Ein weiterer und vor allem kurioser Einfluss den die Mission und auch die Kolonisation mit sich führte, war die neue Kleidermode der Herero. Während die Frauen sich maßgeblich an der wilhelminischen Mode orientierten, dabei die traditionelle Leder- und Fellbekleidung ablegten und gegen mehrere bodenlange Röcke, Blusen mit Puffärmeln und einer Haube mit querstehendem Stoffriegel eintauschten, begannen die Männer sich in Fantasieuniformen zu kleiden und Holzgewehre zu tragen. Die sogenannten Truppenspieler gehören einem Geheimbund an, der identitätsstiftendes Merkmal nach der Schlacht am Waterberg wurde. Heute noch kann man die Auftritte der Truppenspieler der “Vereinigung der Roten Fahne” bei Festen der Herero mitverfolgen.





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Kulinarisches

Verwöhnen Sie ihren Gaumen auf einer Reise durch dieses Land. Genießen Sie die namibische Küche und probieren Sie unbedingt das Milipap oder Trockenfleisch verschiedenster Wildtiere (biltong). Und wen die Heimat doch nicht loslässt, bekommt auch gut und gern ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte zum Kaffee serviert.




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