Himba
Die Himbas in Namibia zählen bis zu 10.000 Menschen und leben im Kaokoveld. In dieses unwirtliche und schroffe Wüstengebiet flohen sie vor den kriegerischen Nama. Im Kaokoveld angekommen, konnten sie sich fast sicher sein, dass keine weiteren Völker sie hier bedrohen oder gar vertreiben würden. Dies galt auch für Missionare sowie Kolonial- und Mandatsmacht. Südafrika erklärte das Kaokoveld als eigenes Homeland, um das sich nicht weiter gekümmert wurde. Auf diese Weise konnte sich hier die Kultur der Himbab ihre Lebensweise und Traditionen bis ins 20. Jahrhundert hinein bewahren.
Die Himba sind Viehzüchter und im Besitz größerer Rinder- und Ziegenherden, mit welchen sie auf der Suche nach guten Weideplätzen durch das Kaokoveld ziehen. Die Tiere und deren Quantität sagen viel über den Status einer Himba Familie aus. Je mehr Tiere umso reicher und höher deren sozialer Status.
Dass die Tiere auch sonst eine wichtige Rolle im Leben der Himba spielen, zeigt sich beim näheren Betrachten der Kleidung und Frisur der Menschen. Sie tragen einen Lendenschurz aus dem Fell der Tiere und ihrer Haare, je nach Alter und Geschlecht, stellen die Hörner ihrer Rinder dar. Überhaupt ist das äußerliche Erscheinungsbild der Himba ein wesentliches Merkmal ihrer Kultur und grenzt zum Teil an ethnographische Ikonographie. Durch Wasserknappheit und hygienischem Mangel reiben sich die Himba täglich mit einer Creme aus Kakaubutter und eisenoxydhaltiger Erde ein, was sie vor starken Sonnenstrahlung und Flüssigkeitsverlust schützt und gleichzeitig ihr Schönheitsideal bedient.
Eine wesentliche Rolle im Glauben stellt, wie bei vielen anderen Völkern der Region, das heilige Feuer dar, welches als symbolisches Medium mit den Vorfahren gilt. Durch das Feuer können die Ahnen aktiv am gegenwärtigen Leben teilhaben, darin eingreifen und dies miterleben. Erlischt das Feuer, ist jeglicher Kontakt zu ihnen abgebrochen. Um dies zu vermeidenb wird eigens hierfür eine Person ausgesucht, welche die Hölzer für das Feuer sucht, dieses an neuen Wohnplätzen entzündet und darauf achtet, dass es nicht erlischt. Nach seinem Tod wird die Rolle seinem ältesten Sohn weitervererbt. Die Erbfolge des materiellen Besitzes ist weitaus komplizierter: die Herde eines Mannes wird an die Kinder der Schwester vererbt, während die eigenen Kinder wiederum die Rinder des Onkels mütterlicherseits erben.
Bis in die Gegenwart hat sich die Kultur der Himba erhalten und auch die “Gefahren der Zivilisation” haben ihren Weg noch nicht ins Kaokoveld gefunden. Die schlimmste Bedrohung ihres Lebensraumes und ihrer Weidegebiete war ein geplantes Staudammprojekt sowie ein Wasserkraftwerk an den Epupa-Fällen. Nun liegt das Projekt wieder auf Eis. Wenn jedoch die Wasser- und Energieressourcen des Landes sinken, können diese Pläne wieder aufgenommen und zur realen Bedrohung der Himbakultur werden.




