Ovambo / Ambo

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Die Ovambos stellen mit einem Anteil von knapp 50% an der Gesamtbevölkerung die größte Ethnie des Landes dar. Ihr Siedlungsgebiet, welches seit ihrer Einwanderung stets dasselbe blieb, erstreckt sich vom nördlichen Grenzgebiet bei Angola bis hin zur Etosha-Pfanne und vom Kaokoveld im Westen bis zum Kavango im Osten. In dieses Gebiet sind sie vermutlich mit weiteren bantusprachigen Völkern aus den Regionen der Großen Seen, im 15./16. Jahrhundert, eingewandert. Von dort brachten sie auch das Wissen um Eisen und dessen Verarbeitung mit.

Seit ihrer Einwanderung sind die Ovambo sesshafte Ackerbauern und Viehzüchter. Traditionell leben sie in kleinen familiären Gemeinschaften innerhalb einer runden, mit Pfahlzäunen umschlossenen, Siedlungsstätte (Kral) zusammen. Die Lage des Krals wurde meist in der Nähe sogenannter Oshanas gewählt – Seen, welche während der Regenzeit mit Wasser gefüllt waren.
Ackerbau ist überwiegend Aufgabe der Frauen, während die Viehhaltung den Männern der Gemeinschaft überlassen wird. Angebaut werden Hirse, Kürbis, Wassermelonen, Nüsse und Bohnen. Das Gebiet gilt als sehr fruchtbar, da sich hier das Flussbett des Kuvelai, aus Angola kommend, zu einem Flussdelta verästelt und jährlich die Region – dem Nil ähnlich – überschwemmt. Zu den Tieren zählen vor allem Rinder und Ziegen.


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Die Gesellschaftsform der Ovambo wird als matrilinear bezeichnet und bedeutet für die soziale Organisation der Familie, dass der Bruder der Mutter eine wichtigere Person im Leben der Kinder darstellt als der leibliche Vater. Die Kinder sind somit die Erben des Onkels. Von ihm erhalten sie seine politische Macht und seinen materiellen Besitz. Er hat den größten Einfluss auf sie, ist ihr Vormund und gilt als der nächste männliche Verwandte. Besitzt die eigene Mutter keinen Bruder, erwirbt der Bruder der Großmutter dieses Recht bzw. deren Verpflichtungen.
Durch den Einfluss der ab dem 19. Jahrhundert im Land arbeitenden Missionen sind die Ovambo heute größtenteils patrilinear organisiert. Die polygyne Lebensweise der männlichen Ovambo, weist wiederum daraufhin, dass allein die Matrilinearität als Gesellschaftsform keine Aussage über Macht und Stellung der Frauen innerhalb der Gesellschaft trifft. Ein Mann kann mehrere Frauen heiraten, solange er finanziell für sie aufkommen kann. Bei den Ovambo erwartet jede verheiratete Frau ihre eigene Hütte, in welcher sie mit ihren Kindern leben kann. Innerhalb des Familienkrals leben – je nach Reichtum des Mannes – mehrere Frauen zusammen.

Während gegen Ende des 19. Jahrhunderts nur wenige Ovambo den christlichen Glauben annahmen, zählen heute fast 80% des Volkes zu den Christen (evangelisch, katholisch und anglikanisch). Hierbei vereinten sie zum Teil ihren traditionellen Glauben mit dem christlichen und entwickelten ihren eigenen Synkretismus. Wie auch im Christentum wird im traditionellen Glauben ein höchstes göttliches Wesen – Kalunga, -verehrt, an dessen Stelle der christliche Gott getreten ist.
Auch heute noch werden die Ahnen der Ovambo verehrt, welche eine bedeutende Rolle im täglichen Leben einnehmen. Um ihre Gunst zu erlangen, um Unheil abzuwenden oder um Wünsche zu äußern, wird ihnen geopfert. Opferdarbietungen sind meist natürlich-materieller Natur, wie zum Beispiel Schnaps und Rauchwaren, Gemüse und Obst oder auch Fleisch. Das verbindende Medium mit den Ahnen und somit der Vergangenheit ist das Feuer. Früher wurde es als heilig verehrt und symbolisierte die Kontinuität von Vergangenheit und Gegenwart. Dabei durfte es nie ausgehen – wenn dies doch geschehen sollte, war es ein Anzeichen großen Unglücks.

Da die landwirtschaftliche Ressource ihres Lebensraumes angesichts ihrer Bevölkerungszahl zu gering ist, ihr Land durch Überweidung den Herden keine Nahrung mehr bietet und ein weiteres Vordringen über die Grenzen des Etosha-Nationalparks unmöglich ist, leben und arbeiten heute viele Ovambo in den Städten, die Männer sind auf Wanderarbeit in Südafrika und Botswana oder haben sich als Farmarbeiter auf den jeweiligen Farmen niedergelassen.


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Kulinarisches

Verwöhnen Sie ihren Gaumen auf einer Reise durch Namibia. Genießen Sie die unterschiedlichen Speisen und Getränke mit mitteleuropäischem Einfluss. Alle Reisende, die in Namibia unterwegs sind, können sich die deutsche traditionelle Küche mit Schnitzel, Eisbein und Sauerkraut aber auch eine Schwarzwälder Kirschtorte schmecken lassen. Tipp: Probieren Sie auch einmal das traditionelle Milipap oder Trockenfleisch verschiedenster Wildtiere (biltong) als beliebten Snack für zwischendurch…