San (Buschmänner)
Die kleinste ethnische Gruppe Namibias wird von den San mit knapp 2% der Gesamtbevölkerung repräsentiert. Sie gelten als die Ureinwohner des südlichen Afrikas. Als Sammler und Jäger lebten sie in den Savannen, wurden aber von den einwandernden Herero und Nama in die Wüstenregion der Kalahari gedrängt, wo sie heute noch leben. Dort haben sie sich den Lebensbedingungen der durch Wassermangel geprägten Region bestens angepasst.
Heute leben sie im Nordosten des Kernlandes der Kalahari, an der Grenze zu und in Botswana. Nur noch ein kleiner Teil von ihnen lebt heute das traditionelle Leben ihrer Vorfahren – der Großteil der San arbeitet auf Farmen oder als touristische Fährtenleser auf Lodges. Die Arbeitslosigkeit unter den San ist bedeutend hoch, da sie in Namibia wie auch in Botswana als rückständig angesehen werden. Viele von ihnen sind durch den Wegfall ihrer Kultur dem Alkohol verfallen. Nur ein geringer Teil hat einen guten Zugang zu Bildungseinrichtungen.
Die San leben traditionell in kleinen Familienclans, von 5-15 Familien bzw. bis zu 60 Personen, zusammen. Sie führen ein nomadisches Leben und werden von einem Ältesten bzw. Familienoberhaupt angeführt. Über diesen Ältesten gibt es keine weitere politische Autorität, welche alle San eint.
Ihre Religion bezieht sich auf magische Kräfte, die in der Natur vorhanden sind und derer man sich – ja nach Dringlichkeit und Wunsch – bedienen kann. Zwar besitzen die San ein höheres göttliches Wesen, jedoch wird dieses kaum verehrt und ihm auch nicht geopfert.
Während das Jagen den Männern überlassen ist, sammeln die Frauen Früchte oder anderes Essbares. Ihre Jagdausrüstung hat sich seit Jahrhunderten nicht geändert – die Männer benutzen nach wie vor Speere sowie kleine Jagdbögen mit vergifteten Pfeilen. Die Reichweite der Pfeile liegt ihrer Größe wegen bei nur 25 Meter, jedoch ist durch die vergiftete Pfeilspitze (eine Mischung aus Pflanzen, Schlangen und Larven) ein recht hoher Jagderfolg garantiert.
Die Vorfahren der heutigen San gelten als Schöpfer einer großen Anzahl von Felsbildern, welche einen Einblick in die Geschichte geben können. Darstellungen wie der Kampf gegen Eindringlinge, bei der Jagd oder mythische Rituale stellen wichtige Szenen des alltäglichen Lebens von vor tausenden von Jahren dar. Dennoch vermittelt auch heute noch das traditionelle Leben weniger Familien als Jäger und Sammler sowie deren Mythen und Gesänge eine Vorstellung davon, wie sich ihr Dasein in früheren Jahrhunderten gestaltet haben mag.

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