Viktoriafälle
Mosi-o-tunya – „Donner, der raucht“; so sagen die um die Viktoriafälle lebenden Kololo. Gerade wer durch den Caprivi-Zipfel reist, sollte sich einen Abstecher über die Grenze nach Sambia und Simbabwe gönnen – immerhin liegen hier im Grenzgebiet die größten Wasserfälle Afrikas.
Geschichte
1855 “entdeckte” der britische Afrikaforscher, Missionar und Abenteurer David Livingstone die Viktoria Fälle und war von deren Schönheit so eingenommen, dass er sie gleich nach der damaligen britischen Königin benannte. Mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Kapstadt nach Kairo – die nie fertig gestellt wurde – und der Fertigstellung der Brücke über den Sambesi im Jahr 1905 kamen die ersten Touristen. Im Jahr darauf entstand dann auch das legendäre Victoria Falls Hotel. Die UNESCO erklärte die Wasserfälle 1989 zum Welterbe.
Geographie & Klima
Die Gegend rund um die Wasserfälle ist geprägt durch tropischen Regenwald und somit auch tropisches Klima. Die Fluten des im Hochland entspringenden Sambesi stürzen hier auf einer Breite von 2 Kilometern 120 Meter in die Tiefe. Der Fluss überquert in seinem Lauf eine Basaltfläche, wodurch Kluft- oder Verwerfungslinien entstehen. Auf seinem Weg räumt er das in den Klüften und Spalte liegende Material weg und die so zurückgehende Erosion lässt den Zickzack-Lauf der Abtragung leichter entstehen.
In der Regenzeit im April fallen fantastische 500 Millionen Liter Gischt pro Minute an – zur Trockenzeit im August sind es lediglich 10 % dieser Menge. Der Sambesi ist mit einer Länge von 2.660 Kilometern und stellenweise einer Breite von 1.700 Metern der größte Strom des südlichen Afrikas.
Flora & Fauna
Dank der vielen Gischt durch die herabstürzenden Wassermassen wächst entlang des Sambesi ein paradiesischer Regenwald. Das gesamte Gebiet rings um die Fälle wurde zum Victoria Falls Park erklärt und steht unter strengstem Naturschutz. Hier wachsen Orchideen und Farne, Flechten und Schlingpflanzen, in Sambia sogar Mahagoni- und Ebenholzbäume. Vogelfreunde dürften sich über die 400 verschiedenen Vogelarten freuen, ansonsten leben hier neben Krokodilen, Büffeln, Elefanten, Grünmeerkatzen (vervet monkeys) auch Antilopen und Schmetterlinge schwirren umher. Im Mosi-Oa-Tunya Nationalpark trifft man neben Zebras und Giraffen zudem auch die letzten in Sambia lebenden Nashörner an; die in freier Wildbahn lebenden wurden gänzlich von Wilderern erlegt. Im Sambesi National Park kann man auf 570 km² entlang des Wassers Flusspferde beobachten und ebenso die unglaubliche Vogelwelt des südlichen Afrikas.
Touren & UKUs/Camps
Von Katima Mulilo im äußersten Nordosten Namibias aus kommend, gibt es zwei ca. 250 Kilometer lange Wege zu den Fällen; zum einen kann man über die Sambesi Brücke bis nach Livingstone in Sambia fahren und so die Nordseite der Fälle erleben. Die Südseite, die schönere der beiden, erreicht man am besten von Victoria Falls in Simbabwe aus. Beide Städte bieten hervorragende Unterkunftsmöglichkeiten und Restaurants in allen Preisklassen, nur sollte man auf eine weitergehende Tour durch Simbabwe momentan lieber verzichten. Wer mit dem eigenen Auto anreist sollte sich vorab eine Erlaubnis des Vermieters für den Grenzübertritt besorgen, sowie mit längeren Wartezeiten an den Grenzübergängen rechnen.
Gerade die Südseite der Wasserfälle in Simbabwe bietet mit dem Rundwanderweg ein wahres Naturspektakel. Vorbei an der Livingstone Statue kommt man zu den einzelnen Aussichtspunkten am Devil’s Cataract, den Horseshoe Falls, den Rainbow Falls oder den Main Falls aus sieht man die Fälle in ihrer ganzen Pracht. Allerdings sollte man unbedingt wasserdichte Kleidung anziehen und auf seine Kamera achten, denn der Sprühnebel ist enorm. Wer will, kann über die berühmte Sambesi Brücke über die Sambesi Schlucht nach Sambia gehen – dann muss man allerdings am Grenzposten die Einreise-Prozedur über sich ergehen lassen; der Blick allerdings von der Brücke hinunter auf die tosenden Wassermassen ist einmalig.
Auf der Nordseite der Fälle in Sambia lockt vor allem der Mosi-O-Tunya Nationalpark mit seinem enormen Wildbestand die Besucher an. Außerdem informiert das Livingstone Museum über die Geschichte des Landes.
Wagemutige lassen sich auf eine Raftingtour auf dem Sambesi ein – ein feuchtes und manchmal halsbrecherisches Vergnügen, das man nur wagen sollte, wenn man körperlich sehr fit ist. Oder sie stürzen sich von der Victoria Falls Bridge mit dem Bungee-Seil in die Tiefe – der angeblich tiefste Bungeesprung weltweit.
Den besten Überblick über die mächtigen Wasserfälle gewinnt man durch einen Flight of the Angels mit dem Ultraleichtflugzeug oder dem Hubschrauber – dies ist zwar ein wenig preisintensiver, allerdings kann man nur so das volle Ausmaß begreifen.
Beste Reisezeit
Besonders während der Regenzeit im April und Mai ist die Gischt der herabstürzenden Wassermassen imposant; allerdings ist es dann auch gut möglich, dass man innerhalb weniger Minuten komplett durchnässt ist.
Kulinarisches
Verwöhnen Sie ihren Gaumen auf einer Reise durch Namibia. Genießen Sie die unterschiedlichen Speisen und Getränke mit mitteleuropäischem Einfluss. Alle Reisende, die in Namibia unterwegs sind, können sich die deutsche traditionelle Küche mit Schnitzel, Eisbein und Sauerkraut aber auch eine Schwarzwälder Kirschtorte schmecken lassen. Tipp: Probieren Sie auch einmal das traditionelle Milipap oder Trockenfleisch verschiedenster Wildtiere (biltong) als beliebten Snack für zwischendurch…



