Verhalten als Reisender

siehe auch unter Punkt Sicherheit

Fotografie und Film
Namibia ist ein Traumland für Fotografen, ein Land der Kontraste und der klaren Farben. Begeistern Sie Ihre Freunde und Verwandten mit atemberaubenden Aufnahmen von Landschaften, Tieren und interessanten Kulturen, beachten Sie jedoch auch einige Regeln.
Takt und Rücksicht sind immer nötig bei Aufnahmen von Menschen. Eine freundliche Bitte um Erlaubnis sollte stets vor dem Druck auf den Auslöseknopf stehen. Generell verboten ist das Fotografieren von militärischen Anlagen, Flugplätzen, Bahnhöfen, Brücken und Polizeistationen. Der feine Staub und die Hitze sind eine echte Gefahr für jede Fotoausrüstung. Befolgen Sie demnach unsere Tipps, um Ihre Ausrüstung bestmöglich vor den Einwirkungen zu schützen. Lassen Sie die Kamera nie in der Sonne liegen, bewahren Sie die Kamera in einer gut gepolsterten und dicht verschlossenen Fototasche auf, die das Gehäuse vor Stößen und Staub schützt. Verschließen Sie nach der Aufnahme sofort den Objektivdeckel und reinigen Sie die Linse regelmäßig mit einem Foto Pinsel oder Blasebalg. Eine ausreichende Anzahl an Ersatzbatterien und Speicher-Karten in der Fotoausrüstung erspart Ihnen die Enttäuschung entgangener Aufnahmen. Farblose UV Filter verbessern das Bild und schützen zusätzlich das Objektiv. Für analoge Kameras empfiehlt sich tagsüber ein Film mit 100 ASA, in der Dämmerung mindestens 200 – 400 ASA. Ihre Kamera und andere Elektrogeräte können Sie mit passendem Adapter in den meisten Unterkünften am Netzstrom aufladen.

Straßenverhältnisse
Namibia ist ein weitläufiges Land, in dem man oft lange Strecken zurücklegen muss. Bei den meisten Touren ist mit Tagesetappen von 300 – 500 km zu rechnen. Die Straßen Namibias sind im Allgemeinen in gutem Zustand. Es gibt etwa 5500 km Teerstraßen, 37 500 km Schotterstraßen sowie Farmwege. Die meisten Straßen sind mit einem normalen PKW befahrbar, auch die Hauptstrecken durch die Wüsten. Nur im Kaokoveld, im Kaudom und für die letzten Kilometer zum Sossusvlei ist ein Allradfahrzeug erforderlich.

Hinweise für Selbstfahrer
Bitte lesen Sie die folgenden Hinweise sehr aufmerksam und halten sie diese ein und das Erlebnis Autofahren in Namibia wird ungetrübt sein.Eine vorausschauende Fahrweise ist Vorbedingung. Ein gedankliches Gefahrentraining (wie reagiere ich, wenn ein Reifen platzt, plötzlich ein Tier auf der Straße steht, der Wagen ins Schleudern gerät etc.) hilft, in Gefahrensituationen schnell und angemessen handeln zu können.

Wenn Sie Namibia als Abenteuer einer Selbstfahrerreise erleben möchten, benötigen Sie hierfür einen Internationalen Führerschein bzw. eine Übersetzung Ihres Führerscheins ins Englische.

1. Linksverkehr! Faustregel: Fahrer/in sollte sich immer in der Straßenmitte befinden. Gefährliche Situationen entstehen beim Rechtsabbiegen und auf den langen, einsamen Strecken ohne Gegenverkehr. An das Schalten mit links gewöhnt man sich relativ schnell.

2. Anschnallpflicht! Extrem wichtig vor allem auf den Schotterstraßen, auch wenn hier keiner kontrolliert.

3. Beide Hände ans Steuer! Gerade längere Fahrten verleiten dazu, eine Hand vom Steuer zu nehmen. Aber nur wenn beide Hände am Steuer sind, kann das Fahrzeug in einer Gefahrensituation, z.B. plötzliches Auftauchen von Wild oder ein geplatzter Reifen, unter Kontrolle gehalten werden. Dann heißt es: Lenkrad festhalten, nicht ruckartig gegensteuern!

4. Vorfahrt! Die Vorfahrt ist in Namibia immer durch Schilder bzw. Haupt- und Nebenstraßen geregelt. Ausnahme sind Kreuzungen, an der jede Partei ein Stoppschild vor der Nase hat (4-waystop): Man verständigt sich mit den anderen Fahrern, wer als nächster fährt. Im Allgemeinen fährt der als erstes, der zuerst an der Kreuzung war.

5. Geschwindigkeit! Geschwindigkeitsbeschränkung!! In den Orten 60 km/h und auf
asphaltierten Landstraßen 120 km/h. Auf den Schotterstraßen sollte man sich nicht durch die zeitweilig gute Oberfläche und das Fahrverhalten der Einheimischen täuschen lassen und grundsätzlich nicht schneller als 80 km/h fahren. Die Bodenhaftung ist immer begrenzt. Wellblech, Schlaglöcher und Verspülungen können unerwartet auftreten. Die Einheimischen fahren die Strecke meist mehrfach wöchentlich und kennen sie genau.
Die Hinweisschilder für Kurven unbedingt beachten: Bei einem gekrümmten Hinweispfeil sind maximal 60–70 km/h empfohlen, bei einem rechtwinkligen 40–50 km/h. Das Gleiche gilt für die Hinweisschilder für Riviere (Trockenflussbetten). Wenn es hier mal geregnet hat, verwandeln sich die Riviere in reißende Flüsse und sollten nie durchfahren werden. Ist der Fluss nur noch ein Rinnsal, läuft man vorher durch, um evtl. Untiefen zu entdecken. Die Schotterstraßen werden nach dem Regen glitschig wie eine Schlittschuhbahn. Bei einer Vollbremsung kommt das Fahrzeug sehr schnell in unkontrollierbares Rutschen.

Faustregel: Auf Schotterstraßen sollte wie auf einer schneebedeckten Bundesstraße sehr, sehr umsichtig gefahren werden. Wer einen Hügel zu schnell hoch fährt, erschrickt womöglich vor der sich dahinter auftuenden Ebene – und tritt reflexartig auf die Bremse. Dadurch kann der Wagen ins Schleudern geraten. Nie eine Vollbremsung machen, sei die Situation auch noch so schwierig (Tier, geplatzter Reifen etc.). Immer gefühlvoll bremsen. Abrupte Ausweichmanöver führen sehr schnell zum Überschlagen.

6. Lichter einschalten! In der Staubwolke des Vordermanns, im Gegenverkehr und in der Dämmerung unbedingt Lichter einschalten, damit man vom Gegenverkehr erkannt wird. Beim Überholen und durch Gegenverkehr kann es zu Steinschlag kommen. Ist man darauf gefasst, kann einen das nicht aus der Bahn bringen.

7. Reifen! Bei jedem Tankstopp den Reifendruck laut Herstellerangabe kontrollieren und bei jedem Stopp visuell. Die scharfen Steine zerschneiden auch die besten Reifen, und ein geplatzter Reifen ist eine häufige Unfallursache.

8. Rückspiegel! Immer wieder reinschauen, auch wenn seit Tagen nichts mehr gesichtet wurde. Sollte ein Fahrzeug hinter einem auftauchen, bitte links blinken, noch langsamer fahren und überholen lassen.

Vorsicht: Eine äußerst gefährliche Gewohnheit in Namibia ist, mit Rechtsblinken dem
nachfolgenden Fahrzeug sagen zu wollen, dass man überholt werden kann. Natürlich wird auch rechts geblinkt, wenn man rechts abbiegen will. Eine doppelte Bedeutung, die schon zu bösen Unfällen geführt hat. Wer rechts abbiegen will, muss unbedingt erst kontrollieren, ob man nicht falsch verstanden wurde und beim Abbiegen gerade überholt wird. Falls jemand vor einem rechts blinkt, weiß man nicht, ob dieser nun überholt werden will, oder ob derjenige rechts abbiegen möchte. Daher darf man sich niemals dieser Unsitte anschließen.

9. Farmtore! Die Gatter auf den Straßen werden grundsätzlich so verlassen, wie man sie angetroffen hat. Ein verschlossenes Tor wird nach der Durchfahrt wieder verschlossen, ein offenes Tor bleibt offen. Rolltore (Viehroste) sollten mit Vorsicht (ca. 60 km/h) überfahren werden. Vor und hinter den Rolltoren können gefährliches Wellblech oder Stufen sein.

10. Auf den Straßen und Wegen bleiben! Die endlos erscheinenden Flächen der Namib verlocken gerade die Allradfahrer, mal richtig offroad zu fahren. Abgesehen davon, dass man auch mit einem Allrad stecken bleiben kann, werden Insekten, Vogelnester, Flechten und andere Pflanzen zerstört. Die Fahrzeugspuren bleiben in diesem regenarmen Gebiet oft Jahrhunderte erhalten. offroad-Fahren ist daher streng verboten! Auf den normalen Schotterstraßen sollte wegen der besseren Straßenlage immer mit eingeschaltetem Allrad (sind die Freilaufnarben eingeschaltet?) gefahren werden.

11. Abgelegene Gebiete: Kaokoveld & Kaudom! An die offroad-Gebiete im Kaokoveld und Kaudom sollte man sich nur mit einer kompletten Safari-Ausrüstung und einem zweiten Fahrzeug wagen. Im Kaudom und auch im Bwabwata Park im Caprivi sind zwei Allradfahrzeuge in Kolonne sogar von der Parkverwaltung vorgeschrieben. Für ausgedehnte Touren in das Kaokoveld und auch in das Okavango Delta sind die Dienste eines lokalen Guides von unschätzbarem Wert, zum einen was die Orientierung angeht, zum anderen was den Umgang mit der lokalen Bevölkerung betrifft. Und nicht zuletzt trifft auch hier das Sprichwort zu: Was man nicht weiß, sieht man nicht.

12. Wasser! Auch mit dem besten Fahrzeug ist eine Panne nicht auszuschließen. Deshalb sollte immer genügend Trinkwasser für mehrere Tage mitgeführt werden. Ein zweiter Ersatzreifen, gefüllte Reservekanister und ggf. Werkzeug sind sehr empfehlenswert. Kann mit dem defekten Fahrzeug nicht mehr weitergefahren werden, bittet man Vorbeifahrende, beim Verleiher anzurufen und Hilfe zu holen. Lieber nimmt man ein paar Stunden Wartezeit in Kauf, als stundenlang in der Hitze umherzuirren. Besonders in abgelegenen Gebieten sollte man nie einfach draufloslaufen.

13. Fahrzeiten! Faustregel: Für 100 km Schotterstraße braucht man 2 Stunden. 500 km Tagesziel sollten die äußerste Grenze sein.

14. Nur bei Tageslicht fahren! In der Dämmerung blendet die tief stehende Sonne, die Tiere sind um diese Tageszeit besonders aktiv. Fahren in der Dunkelheit ist unbedingt zu vermeiden. Wegunebenheiten sind schlecht zu erkennen, Hindernisse nicht einzuschätzen, und die Tiere am Wegesrand übersieht man unter Umständen komplett.

Sicherheitshinweis: Nie sollte man irgendwelche Sachen, die einem lieb sind, in einem
unbeaufsichtigten Fahrzeug liegen lassen – sie könnten anschließend verschwunden sein. In den Städten gibt es auf fast allen öffentlichen Parkplätzen Parkwächter. Die meist jungen Männer sind erkennbar an einer orangefarbenen oder auch blauen Weste, auf der car watch, car guard, donation vehicle protection o.Ä. steht. Mitunter fehlt diese Weste aber auch. Die Frage, ob sie auf das Fahrzeug aufpassen und dafür nachher ein Trinkgeld erwarten dürfen, wird mangels Englischkenntnissen oft auf Afrikaans gestellt (“Kan ek die kar oppas?” oder nur “oppas?”).
Dadurch fühlen sich viele Reisende bedrängt, weil sie einfach nicht verstehen, was die jungen Männer von ihnen wollen. Hier kann man also die Frage getrost bejahen. Obwohl manch ein Einheimischer die Effektivität der Parkwächter anzweifelt, halten sie mögliche Einbrecher schon allein durch ihre Präsenz in Schach. Die jungen Männer haben eine Aufgabe und verdienen etwas, müssen sich also nicht andere Wege zur Geldbeschaffung suchen.



Wildlife

Namibia blickt auf eine lange Geschichte des Naturschutzes zurück. Bereits 1907 wurde die Etosha Pfanne und das Kaokoveld zum Naturschutzgebiet erklärt. Als eines der tierreichsten Länder Afrikas, besticht Namibia mit seiner bemerkenswerten Anzahl an Schutzgebieten, die ca. 18% des Landes einnehmen. Aber überzeugen Sie sich selbst, bei einer Reise durch das Land, von seiner faszinierenden Pflanzen- und Tierwelt.
Begeben Sie sich auf eine Pirschfahrt z.B. im bekanntesten Nationalpark Namibias, dem Etosha Nationalpark (fast 100.000 km²) und erspähen Sie eines der 130 Säugetierarten an einem beleuchteten Wasserloch. Halten Sie einzigartige Tierbeobachtungen mit ihrer Kamera fest.